Das Leben ausatmen

Heute wurde die Koordinatorin von einer Ergotherapeutin angerufen: "Können Sie nicht mal kommen. Ich bin hier bei  einem alten Herrn, dem es sichtlich sehr schlecht geht. Die Tochter ist ganz aufgelöst."

Am Telefon sprechen die beiden einen Termin etwa eineinhalb Stunden später ab.

Als die Koordinatorin eintrifft, stirbt der Vater gerade. "Ist es wirklich so weit?" ruft die Tochter. "Stirbt er? Stirbt er wirklich?"

Sie hatte noch versucht, ihm Suppe einzulöffeln. Das Sterben hat sie völlig überrascht, obwohl es viele sichtbare und hörbare und riechbare Anzeichen dafür gab...

Dabei wollte sie nur das richtige tun - völlig hilflos darin, die Situation einzuschätzen.

Den Moment kann sie kaum würdigen, weil er sie völlig "aus den Latschen" haut.

Die Koordinatorin versucht, einen Augenblick der Ruhe herzustellen, während der alte Herr seine letzten Atemzüge macht. Sie berührt die fremde Tochter tröstend am Rücken, hält die Schulter und dann die Brust des sterbenden Vaters.

Mit geschlossenen Augen atmet er sein Leben aus. 


ZAPUH dankt der Ergotherapeutin, die so beherzt zum Telefon gegriffen hat!


Uns ist diese Situation Anlass, mal wieder zum nächsten Hospizkurs zu ermutigen.

Wenn Sie alte Eltern, einen kranken Angehörigen, kranke Freunde haben, scheuen Sie sich nicht, diese Chance der Zurüstung wahrzunehmen!


Rufen auch Sie so beherzt für andere an, wenn Sie denken, der Einsatz des ambulanten Hospizdienstes könnte hilfreich sein.