Bernadette G. in unserer Reihe ZAPUH zeigt Gesichter

Copyright Jutta Steger
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ZAPUH vorgestellt, diesmal mit unserer neuen Hospizbegleiterin Bernadette G., Jahrgang 1967:

 

Ein paar Sätze zu mir:

 

Ich komme aus Baden-Württemberg und wohne mit meinem Mann und unseren zwei Kindern nun bereits 15 Jahre am Niederrhein. Das hätte ich mir vor 15 Jahren nicht vorstellen können, war doch der Plan, so schnell wie möglich wieder zurück in den Süden Deutschlands zu gehen. 

Aber das Leben entwickelt sich nicht immer nach Plan und so haben wir hier Wurzeln geschlagen und fühlen uns auf unserem kleinen Hof mit unseren Tieren sehr wohl.

Als Agraringenieurin habe ich vor unserem Umzug nach NRW 11 Jahre im Bereich der Pferdezucht gearbeitet. Hier am Niederrhein bin ich nun seit 10 Jahren in der Verwaltung eines Gutsbetriebes tätig, was mir sehr viel Freude bereitet. 

 

Warum ich Hospizarbeit wichtig finde und wie ich dazu gekommen bin, mich diesbezüglich fortzubilden und zu engagieren:

 

Meine Mutter ist vor 30 Jahren an Krebs erkrankt und leider nach vier Jahren an ihrer Krankheit verstorben. Unser Vater, mein Bruder und ich durften sie damals, mit Unterstützung einer Freundin unserer Mutter, bis zum Ende gemeinsam zu Hause begleiten und für sie da sein. Mir war lange nicht bewusst, welches Privileg uns damals zuteil wurde. Ich habe erst jetzt realisiert, dass es nicht selbstverständlich ist, dass ein Mensch in seiner letzten Lebensphase andere Menschen an seiner Seite hat, die ihm und seinen Zugehörigen Zeit, Empathie und Verständnis entgegenbringen. 

Bedingt durch eine eigene schwere Krankheitsdiagnose vor 1,5 Jahren ist dieses Thema für mich wieder in der Vordergrund gerückt und ich habe mich gedanklich viel damit beschäftigt. Da ich das Glück habe, dass meine Diagnose sehr früh erfolgt war und es mir inzwischen wieder gut geht, empfinde ich seither eine große Dankbarkeit und Wertschätzung dem Leben gegenüber. Aus diesem Gefühl heraus, entstand das Bedürfnis, dem Leben etwas zurückzugeben und ein wenig mithelfen zu können, dass am Lebensende weniger Menschen alleine sein müssen.  

Deshalb habe ich angefangen, mich in das Thema einzulesen,  habe Podcasts gehört und mich schließlich auf die Suche nach einer Möglichkeit gemacht, mich in diesem Bereich zu engagieren. So bin ich auf ZAPUH gestoßen und habe mich für den Hospiz-Lehrgang angemeldet.

 

 

Wie ich den Zoom-HospizKurs finde:

 

Zunächst war ich etwas skeptisch, als ich hörte, dass der Kurs via Zoom stattfinden wird. Ich kannte Zoom, konnte mir aber schwer vorstellen, wie dieses Thema in einer Gruppe mit anfangs ganz fremden Menschen in Distanz bearbeitet werden soll. 

Natürlich kann es ein persönliches Treffen in der Gruppe nicht ersetzen, aber es klappt erstaunlich gut. Alle Teilnehmer/innen lassen sich auf diese neue Form ein, sind offen und sollten irgendwo technische Probleme auftauchen, ist aus der Gruppe sofort jemand bereit zu helfen. 

Nicht zuletzt bin ich von dem Kurs sehr angetan, weil wir mit Ida und Bettina zwei ganz tolle und sehr kompetente Kursleiterinnen haben. Jede Kurseinheit ist sehr gut vorbereitet und aufgebaut. Sie schaffen es immer wieder, uns auch trotz Distanz wirklich zu erreichen und bereichern durch ihre große Erfahrung und Empathie jede einzelne Stunde. Für mich war bisher jede Unterrichtseinheit sehr intensiv und gehaltvoll. Oft hallen Gedanken, Sätze oder Fragen noch Tage später in mir nach. Da ist es gut zu wissen, dass wir uns immer an die beiden wenden dürfen, wenn individueller Redebedarf besteht und man sich auf einen zweisamen Spaziergang oder ähnliches verabreden kann. 

Mein Fazit: Ich bin sehr froh, Teil des Kurses zu sein und freue mich auf die noch folgenden Unterrichtsstunden und ganz besonders auf die Zeit, wo endlich wieder ein persönliches Treffen möglich sein wird.

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