Karfreitag

Bei Kleinkindern ist es uns ganz selbstverständlich: Manchmal sind negative Gefühle völlig überbordend. Dann braucht’s die Mutter oder den Vater, die Oma oder den Opa oder eine andere Bezugsperson, die die Gefühle einfach annimmt und aufnimmt und so hilft, damit umzugehen… Das Aufnehmen ist der erste wesentliche Schritt. Bei Kind einleuchtend: Es kann noch gar nicht analytisch, reflektierend erklären, was denn los ist… Aber das ist eben auch bei Erwachsenen so, wenn ein Gefühl überbordend, überfordernd da ist - Trauer, Angst, Wut, Enttäuschung ... können uns ganz und gar ausfüllen.... Bevor so ein dickes Gefühl nicht raus ist, wahrgenommen, angenommen, kann gar nichts anders ankommen... Und manchmal ist es wohl auch so, dass tatsächlich sehr sehr lange und vielleicht für immer nichts mehr geht... - das man chronisch infiziert wird von einem Gefühl, dass es gar nicht mehr weggeht... Aber oft gilt, wenn das Gefühl „aus“ ist, ausgelebt, ausgedrückt, dann kann in einem zweiten Schritt erfasst werden, worum es denn überhaupt geht, und dann in einem dritten überlegt werden, wie Abhilfe geschaffen werden kann. Der britische Psychoanalytiker Wilfred Ruprecht Bion (1897–1979) fand für diese haltende Haltung den Begriff Container. (Und wie bei allen menschlichen Regungen gibt es hilfreiche Container-Beziehungen, die Entwicklung voranbringen, wenig nützliche und sogar zerstörerische Container-Beziehungen. https://www.medizin-im-text.de/2020/114/containment-gefuehle-halten/) Wenn es Menschen schwerfällt, heftige Affekte und Gefühle wahrzunehmen, als Teil ihrer selbst zu akzeptieren und schließlich zu bewältigen, benötigen sie ein Gegenüber, das wie ein Container alles aufnimmt, ohne es gleich zu bewerten… Das ist vielleicht so etwas wie ein zweiter externer Magen, der beim Verdauen hilft. Was hat das mit Karfreitag zu tun? Der Karfreitag ist so eine Art Container – oder könnte es sein. Die gesellschaftliche Verneigung vor dem Leiden Jesu ist ja – gerade in einer säkularen Gesellschaft - eine gesellschaftliche Verneigung vor den Leidenden. An einem Tag im Jahr begehen wir eine kollektive Stille. Wir halten das Nicht-Aktivsein, die Ohnmacht, die Unbeholfenheit und Unsicherheit angesichts der ungezählten Leiden aus. Christinnen und Christen gedenken des Gekreuzigten auf Golgatha. Aber sie gedenken eben auch des Unheilen dieser Welt. Und da treffen sie auf alle, die Anstoß nehmen am Leid! Diesen Respekt braucht es auch ganz alltäglich: dass ich auf dem Friedhof die Grabpflege unterbreche, wenn ein Sarg, eine Urne vorbeigetragen wird; dass ich einen Moment innehalte, wenn der Rettungswagen vorbeibraust der ich einen Leichenwagen wahrnehme… Und neben den Tagen, die wie ein Container wirken mögen, braucht es vor allem Menschen, die das für andere sind. Hospizbegleiter*innen lernen das: Ich höre Dir zu. Ich nehme Deine Gefühle wahr und ernst. Ich diskutiere sie nicht weg. Auch da, wo sie mir unverständlich sind und bleiben. Ich bleibe da und lasse mich von Deinem Leiden nicht vertreiben. Ich habe begriffen, dass das manchmal das einzige ist, was hilft. Ich denke dabei immer an ein Zitat aus Astrid Lindgrens Buch Ronja Räubertochter; da heißt es: „Lange saßen sie dort. Und hatten es schwer, doch sie hatten es gemeinsam schwer, und das war ein Trost. Leicht war es trotzdem nicht.“ Die hilfreiche Container-Beziehung baucht lebenslange Einübung… Wie gut, dass es Karfreitage gibt, die uns als Gesellschaft erinnern, dass das unsere gemeinsame Verantwortung ist: Leiden abzustellen, wo immer das geht; Leiden zu lindern, wo immer das geht; Leidende zu halten, wann immer sie mir begegnen (und sei es mit einem Moment liebender innerer Zuwendung). Und ein letzter Gedanke zum Tod, der im Mittelpunkt dieses Tages steht. Astrid Lindgren erinnert uns an einen Container – jedenfalls eine Anekdote, die man sich von ihr überliefert: Sie telefonierte jeden Tag mit ihren Schwestern Ingegerd und Stina. Als sie älter wurden, so erzählt man, begannen sie ihre Gespräche immer mit den Worten "der Tod, der Tod", um das Thema sozusagen abzuhaken, um danach über andere Dinge reden zu können. Das ist ein wunderbarer Container. Nicht wahr?! Einen guten Karfreitag wünscht in diesem Sinne Ida Lamp und das Team von ZAPUH
Kreuz von Ida Lamp - Rinde, Sei, Stein
Text: (C) Ida Lamp

Andrea Stragier

Foto: Andrea Stragier mit Hunden, Fotograf: Norbert Bovier
Foto: Andrea Stragier mit Hunden, Fotograf: Norbert Bovier

ZAPUH zeigt Gesichter; heute das unseres Vereinsmitglieds Andrea Stragier.


Nicht nur Lebens-Erfahrungen und Suche nach einem sinn-erfüllten Ehrenamt führen zu ZAPUH, nicht nur Steine bahnen den Weg (wie im Fall von Peter Ringendahl); es kann auch schonmal Schokolade sein...


Aber lassen wir sie selbst zu Wort kommen; sie schreibt:

Ich bin Andrea Stragier, ursprünglich Krankenschwester, heute als Spa- und Wellness-trainerin selbstständig und als Heilpraktikerin mit eigener Praxis freiberuflich tätig.
Zu meinem Firmenjubiläum habe ich kurz vor Weihnachten vor zwei Jahren mehrere Tausend belgische Pralinen verschenkt für gute Zwecke: Ich habe einen Teil an "Von Herzen helfen für Mensch und Tier Niederkrüchten" gespendet, einen ans Kinderheim "Annenhof" in Kempen, und einen weiteren Teil an "ZAPUH". Ida Lamp und Bettina Leweke leisten zusammen mit Ehrenamtlern wirklich großartiges! ich bin sofort Mitglied geworden, um diese Arbeit gern auch aktiv zu unterstützen.
Tod ist immer noch ein Tabuthema, das vielen Angst macht. Sterben ist oft nicht leicht - und auch manches Mal nicht leicht zu ertragen - Betroffene und begleitende Angehörige erleben daher oft, dass sich Freunde und Familie zurückziehen. Ich habe in meinem Beruf als Krankenschwester Menschen sterben sehen, in der engsten Familie meine Mutter und meine Schwiegermutter in den letzten Tagen und Stunden beim Sterben begleitet, und auch in meiner jetzigen beruflichen Tätigkeit sterbenskranken Menschen und ihren Angehörigen mit Aroma-Öl-Massagen über längere Zeit oder als "letzer Wunsch-Erfüllung" eine Fußreflexzonen-massage zum Ende des Lebens ein bisschen Freude, Entspannung und Lebensqualität geben dürfen.
Die meisten Menschen wünschen sich, möglichst schmerzfrei zuhause sterben zu dürfen. Das ist sicher nicht immer möglich und sinnvoll - aber niemand, der sich nicht bewusst dafür entscheidet, sollte alleine und einsam sterben müssen. Von daher halte ich es für ganz wichtig, dass es die ZAPUH gibt."


Wir von ZAPUH freuen uns, dass uns Andrea Stragier auch aktiv unterstützen mag. 



Fotos: Porträt-Foto Andrea Stragier: Peter Roskothen, www.peterroskothen.de; Andrea Stragier mit Hunden: Fotograf Norbert Bovie

#ZAPUH #Verein #Hospizdienst #Testimonial Zeitzauber Wellness & Massagen
@https://m.facebook.com/andrea.stragier/

https://www.zeitzauber-naturheilpraxis.de/
https://www.zeitzauber-wellness.de/

Porträt-Foto Andrea Stragier: Peter Roskothen, www.peterroskothen.de
Porträt-Foto Andrea Stragier: Peter Roskothen, www.peterroskothen.de
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Anna L. und Lisa V.in Unserer REIHE ZAPUH zeigt Gesichter

Lisa V. und Anna L. - nehmen am 1.online-Hospizkurs teil
Lisa V. und Anna L. - nehmen am 1.online-Hospizkurs teil

ZAPUH zeigt Gesichter: heute die von Anna L. und Lisa V.


Alle Hospizbegleiterinnen von ZAPUH sind  auch Vereinsmitglieder, ihnen steht es frei, beitragsfrei oder Beitrag zahlend Mitglied zu werden. Noch sind wir froh, wenn viele die Arbeit des Vereins als zahlende Mitglieder unterstützen… 


Die beiden Frauen, die sich heute vorstellen, gehören zu den jüngeren Ehrenamtlichen. ZAPUH ist stolz, dass das mittlerweile eine stattliche Schar ist. Das Gespräch über die Generationengrenzen hinweg ist sehr bereichernd, wie wir finden.


Die beiden stellen sich selbst vor:

„Hallo, wir sind Anna (36) und Lisa (30), leben in Nettetal-Schaag und haben unsere Oma und unseren Opa zuhause beim Sterben gemeinsam mit der ganzen Familie begleiten dürfen.


Bei der Begleitung von unserem Opa, sind wir auf den Hospizdienst ZAPUH  aufmerksam geworden. Es gab große Unsicherheiten, ob wir wohl alles richtig machen. Und obwohl wir mit der ganzen Familie (Eltern, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen) unterstützen konnten, brauchten wir Hilfe. Da lernten wir die Koordinatorin Bettina Leweke kennen und kamen das erste Mal in Kontakt mit Hospizarbeit.


Meine Schwester und mich hat das sehr beeindruckt. Die Ruhe und die positive Bestärkung taten der ganzen Familie gut und uns wurden wichtige Tipps zur Pflege gegeben.


Wir bekamen von Bettina Leweke die Rückmeldung, dass es toll sei, was wir als Familie leisten und wie wir zusammenhalten und dass das sehr selten sei. Das hat uns gut getan. Und das hat uns nachdenklich gemacht. Hinzu kommt, dass unser Papa sehr krank ist und wir ihn auch irgendwann gern Zuhause begleiten möchten. Dafür wünschten wir uns mehr Hintergrundwissen und haben uns schon 2019 für den Hospizkurs angemeldet. Leider kam es dann Coronabedingt 2020 nicht zum geplanten Präsenzkurs.

Wir waren sehr froh, dass die Koordinatorinnen Ida Lamp und Bettina Leweke sich entschieden, 2021 einen  Online-Kurs zu starten und haben uns sehr darauf gefreut.

Natürlich wäre ein Präsenz-Kurs, gerade bei diesem Thema, sehr viel schöner, aber das geht halt gerade nicht. Online ist aber definitiv besser als gar nicht, und wir haben eine tolle Truppe und auch online findet ein reger Austausch statt. Ida Lamp und Bettina Leweke machen das ganz toll, es wurde bereits viel Wissen vermittelt, und wir freuen uns sehr auf die nächsten noch kommenden online Stunden. Am meisten freuen wir uns aber darauf, irgendwann alle mal persönlich kennen zu lernen und natürlich darauf, andere Menschen und ihre Angehörigen im Sterbeprozess begleiten zu können.“


Anna L. und Lisa V. sind ganz normale junge Frauen. Sterben gehört zum Leben, sagen sie  - und leben sie. Sie haben Partner, Kinder,  Katzen, gehen zur Arbeit und haben vieles, was sie am Leben freut und bewegt… 


Bettina Leweke und Ida Lamp freuen sich, dass mit den beiden Frauen jüngere Menschen ein Engagement für den Hospizdienst und damit für schwerkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen übernehmen wollen. Und Nettetal rückt immer mehr  in den Fokus der Arbeit je mehr Nettetaler*innen ehrenamtlich aktiv werden. Auch das ist eine tolle Entwicklung. 


Was ihnen gemeinsam wichtig ist, dass das Sterben mitten ins Leben gehört – nicht nur Leben nimmt, sondern auch Leben intensiviert… Das bleibt, auch wenn mal im prallen Leben weniger Zeit fürs Ehrenamt sein sollte.

Das Gelernte aus dem Hospizkurs bleibt hoffentlich auch – und ermutigt zum Leben, auch weil es hilft, die nicht allein zu lassen, die vor uns sterben werden…


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Bernadette G. in unserer Reihe ZAPUH zeigt Gesichter

Copyright Jutta Steger
Copyright Jutta Steger

ZAPUH vorgestellt, diesmal mit unserer neuen Hospizbegleiterin Bernadette G., Jahrgang 1967:

 

Ein paar Sätze zu mir:

 

Ich komme aus Baden-Württemberg und wohne mit meinem Mann und unseren zwei Kindern nun bereits 15 Jahre am Niederrhein. Das hätte ich mir vor 15 Jahren nicht vorstellen können, war doch der Plan, so schnell wie möglich wieder zurück in den Süden Deutschlands zu gehen. 

Aber das Leben entwickelt sich nicht immer nach Plan und so haben wir hier Wurzeln geschlagen und fühlen uns auf unserem kleinen Hof mit unseren Tieren sehr wohl.

Als Agraringenieurin habe ich vor unserem Umzug nach NRW 11 Jahre im Bereich der Pferdezucht gearbeitet. Hier am Niederrhein bin ich nun seit 10 Jahren in der Verwaltung eines Gutsbetriebes tätig, was mir sehr viel Freude bereitet. 

 

Warum ich Hospizarbeit wichtig finde und wie ich dazu gekommen bin, mich diesbezüglich fortzubilden und zu engagieren:

 

Meine Mutter ist vor 30 Jahren an Krebs erkrankt und leider nach vier Jahren an ihrer Krankheit verstorben. Unser Vater, mein Bruder und ich durften sie damals, mit Unterstützung einer Freundin unserer Mutter, bis zum Ende gemeinsam zu Hause begleiten und für sie da sein. Mir war lange nicht bewusst, welches Privileg uns damals zuteil wurde. Ich habe erst jetzt realisiert, dass es nicht selbstverständlich ist, dass ein Mensch in seiner letzten Lebensphase andere Menschen an seiner Seite hat, die ihm und seinen Zugehörigen Zeit, Empathie und Verständnis entgegenbringen. 

Bedingt durch eine eigene schwere Krankheitsdiagnose vor 1,5 Jahren ist dieses Thema für mich wieder in der Vordergrund gerückt und ich habe mich gedanklich viel damit beschäftigt. Da ich das Glück habe, dass meine Diagnose sehr früh erfolgt war und es mir inzwischen wieder gut geht, empfinde ich seither eine große Dankbarkeit und Wertschätzung dem Leben gegenüber. Aus diesem Gefühl heraus, entstand das Bedürfnis, dem Leben etwas zurückzugeben und ein wenig mithelfen zu können, dass am Lebensende weniger Menschen alleine sein müssen.  

Deshalb habe ich angefangen, mich in das Thema einzulesen,  habe Podcasts gehört und mich schließlich auf die Suche nach einer Möglichkeit gemacht, mich in diesem Bereich zu engagieren. So bin ich auf ZAPUH gestoßen und habe mich für den Hospiz-Lehrgang angemeldet.

 

 

Wie ich den Zoom-HospizKurs finde:

 

Zunächst war ich etwas skeptisch, als ich hörte, dass der Kurs via Zoom stattfinden wird. Ich kannte Zoom, konnte mir aber schwer vorstellen, wie dieses Thema in einer Gruppe mit anfangs ganz fremden Menschen in Distanz bearbeitet werden soll. 

Natürlich kann es ein persönliches Treffen in der Gruppe nicht ersetzen, aber es klappt erstaunlich gut. Alle Teilnehmer/innen lassen sich auf diese neue Form ein, sind offen und sollten irgendwo technische Probleme auftauchen, ist aus der Gruppe sofort jemand bereit zu helfen. 

Nicht zuletzt bin ich von dem Kurs sehr angetan, weil wir mit Ida und Bettina zwei ganz tolle und sehr kompetente Kursleiterinnen haben. Jede Kurseinheit ist sehr gut vorbereitet und aufgebaut. Sie schaffen es immer wieder, uns auch trotz Distanz wirklich zu erreichen und bereichern durch ihre große Erfahrung und Empathie jede einzelne Stunde. Für mich war bisher jede Unterrichtseinheit sehr intensiv und gehaltvoll. Oft hallen Gedanken, Sätze oder Fragen noch Tage später in mir nach. Da ist es gut zu wissen, dass wir uns immer an die beiden wenden dürfen, wenn individueller Redebedarf besteht und man sich auf einen zweisamen Spaziergang oder ähnliches verabreden kann. 

Mein Fazit: Ich bin sehr froh, Teil des Kurses zu sein und freue mich auf die noch folgenden Unterrichtsstunden und ganz besonders auf die Zeit, wo endlich wieder ein persönliches Treffen möglich sein wird.

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Piebald vom Kahlen Asten

Reihe ZAPUH zeigt Gesicht(er)
...heute das von Piebald vom Kahlen Asten.
Nein, er ist kein zahlendes Mitglied...Obwohl von Adel ist er mittellos. (Und das, obwohl er schon als Fotomodell für Hundemagazine herhalten durfte...) Freigstellt von Beitragszahlungen also.
Bekannt als "Gauner" lungert er im Büro der Koordinatorinnen herum und tanzt den Frauen auch andernorts auf der Nase herum, wie man hört. Gewissenlos, wenn es um Fressen geht, begrüßt er andererseits alle Besucherinnen und Besucher des Hospizdienstes gewissenhaft. Wir vermuten dennoch niedere Motive: Es könnte ja jemand dabei sein, der was Leckeres dabei hat... Anne F. z.B.ist ein sehr gesuchter Gast, denn sie vergisst nie, etwas für den Dackel mitzubringen. Der ist kaum älter als der Hospizdienst, aber erst knapp zwei Jahre im Dienst.
Und wird hoffentlich noch lange mit dabei sein und bald wieder mehr zu tun haben, wenn der Hospizdienst wieder mehr Menschen - für Begleitungen und Beratungen, Fortbildungen und das Café 70 Plus - empfangen darf.
Foto-Collage: Kicky Knops (c)

Peter Ringendahl

Peter Ringendahl
Peter Ringendahl

Reihe ZAPUH zeigt Gesicht(er)

… heute das von Hospizbegleiter Peter Ringendahl.

Den Dülkener hat ein Stein zu ZAPUH geführt. Ja, durch die ZAPUH Stones Aktion hat er von ZAPUH gehört, Kontakt mit dem Hospizdienst aufgenommen und gleich den nächsten Hospizkurs besucht. Das war 2019. Seit Oktober ist der damals 60jährige mit dabei und bringt sein musikalisches Hobby und seine Liebe zu Menschen in die Hospizarbeit ein.

Mit knapp 60 ist Peter Ringendahl auf Hospizarbeit gestoßen. Das Thema Tod hat ihn aber schon immer beschäftigt, bekennt er. „Das fing an, als ich zum ersten Mal Musik von Black Sabbath oder Alice Cooper hörte. Ich wollte wissen, worüber die singen und fing an, die Texte ins Deutsche zu übersetzen. Die handelten zum größten Teil vom Tod, was danach kommt, über die Seele, was damit passiert, wenn man stirbt.“

Die Musik spielte immer eine große Rolle in Ringendahls Leben. Mit 10 Jahren  Klavierunterricht, Gitarre als Autodidakt gelernt, Banderfahrungen, Texte (Deutsch Rock) und Musik von ihm komponiert. 


„Ich bin immer gerne auf Friedhöfe gegangen,“ gesteht er, „weil es da so ruhig und friedlich war.“ 

„Als ich im August 2018 erkrankte - ich musste meine Stelle bei der Volksbank in Mönchengladbach aufgeben - habe ich überlegt, wie ich meine Zeit sinnvoll nutzen kann.“ Ringendahl überlegt, Palliativbegleiter zu werden...

Im September 2019 starb die Mutter – begleitet von ihrem Sohn. Beim Sterben dabei war er dann leider doch nicht. Das ist die Zeit, in der ihn der kleine bunte Stein zu ZAPUH führt.


„Das Engagement für Menschen erfüllt mich“, sagt Ringendahl schlicht. Und da er noch berufstätig sein muss und mag, hat er sehr erfolgreich eine Weiterbildung zum Betreuungsassistenten absolviert. Jetzt sucht er eine Stelle und bewirbt sich entsprechend.

Sollten Sie also einen Betreuungsassistenten suchen, können Sie Peter Ringendahl über ZAPUH kontaktieren!


Foto-Collage: Kicky Knops (c)

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Barbara Mallon

Barbara Mallon
Barbara Mallon

Reihe ZAPUH zeigt Gesicht(er)

… heute das von Barbara Mallon. Die Geschäftsführerin der Mallon&Mallon Pflege GmbH wurde mit ihrem Unternehmen bereits 2016 Mitglied und Kooperationspartner des Hospizdienstes. Zusammen mit Tochter Larissa und Sohn Stephan hat sie ihre Vision einer eigenen Firma nach ihrer Vorstellung von fachgerechter Pflege umgesetzt und für ihr Anliegen in kurzer Zeit viele Mitstreiter gefunden.

Voller Stolz sagt sie von ihrem Pflegedienst: „Bei uns arbeiten Menschen für Menschen und bringen ein Leuchten mit, damit das Leben schöner wird. Teamzusammenhalt und das Glück unserer Kunden 

ist uns wichtig. Und gemeinsam gelebte Visionen.“

In den fünf Jahren seines Bestehens – ja ZAPUH und Mallon&Mallon feiern fast gemeinsam Geburtstag – hat sich das Unternehmen großartig entwickelt und Kunden in Waldniel wie im gesamten Westkreis pflegerisch und hauswirtschaftlich dazugewonnen.

Schon so manch eine Begleitung haben Pflegedienst und Hospizdienst in diesen fünf Jahren gemeinsam gestemmt. Es braucht solche Menschen vor Ort, die auf Hospizarbeit aufmerksam machen, Ängste bei Betroffenen abbauen und ermutigen: Schau doch mal, ob der Hospizdienst Dich nicht unterstützen kann. 

Für Mallon ist klar: „Wir sind Kooperationspartner von ZAPUH, weil wir Menschen in jedem Lebensabschnitt begleiten wollen und überaus gerne Menschen unterstützen, die diese wertvolle Arbeit tun.“ Das erfahren wir bei ZAPUH auf vielfältige Weise. Selbstverständlich liegen Flyer von 

ZAPUH bei Mallon aus. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Mallon&Mallon wissen um die 

Kooperation, die auch Teil der Pflegeverträge mit Kunden ist. Bei passender Gelegenheit erzählen die 

Mitarbeitenden von der Möglichkeit ehrenamtlicher Begleitung. 

Und: ZAPUH konnte zudem schon bei vielfältigen Gelegenheiten von dem Knowhow der 

leidenschaftlichen Pflegekraft profitieren, die früher als Ausbilderin an einer Pflegeschule in 

Mönchengladbach tätig war. Den Hospizbegleiterinnen und -begleitern war es immer eine Freude, von der begeisterten und begeisternden Anleiterin etwas zum Lagern oder zum Haarewaschen im Bett vermittelt zu bekommen. Keine Frage war ihr blöd. Nichts, was nicht nochmal und nochmal ausprobiert werden durfte. Kompetent. Klar strukturiert. Zugewandt. Neugierig. Ermutigend. Die Liste dieser Attribute könnte man beliebig erweitern… Großzügig müssen wir noch ergänzen – denn selbstverständlich stellt Mallon ihr Knowhow und die für eine Unternehmerin sicher kostbare (Frei-

)Zeit kostenfrei zur Verfügung.

Mallon selbst und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Unternehmens haben aber auch immer mal 

wieder an Fortbildungen bei ZAPUH teilgenommen und davon profitiert, wie sie versichern. 

„Fortbildungen sind immer Räume, Wissen und Können zu teilen“ sagt Mallon und ist überzeugt: 

„Man kann immer etwas Neues hinzulernen!“

„Miteinander in Austausch zu gehen und sich gegenseitig daran zu erinnern, dass wir – auch und 

gerade gemeinsam - so vieles besser machen können im Leben pflegebedürftiger Menschen“, dieses Anliegen teilt sie mit dem Hospizdienst immer wieder aufs Neue.

„Wir sind gemeinsam Teil des Bemühens um Menschlichkeit“ weiß Mallon. Dem ist doch nichts mehr hinzuzufügen.

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Marlise Meer-Rohbeck

 

Reihe ZAPUH zeigt Gesicht(er)

 

… heute das von Dr. Marlise Meer-Rohbeck, die 2019 Mitglied von ZAPUH Grenzland wurde.

 

Der ambulante Hospizdienst hatte ihre an Demenz erkrankte Mutter in den letzten Tagen ihres Lebens begleitet. Sowohl die Koordinatorinnen als auch ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen standen der Familie in den letzten Lebenstagen mit Rat und Tat zur Seite.  Keine einfache Zeit des endgültigen Abschieds nach den vielen Jahren der fortschreitenden Demenz, des Abbaus kognitiver Fähigkeiten, des Sprachverlustes, des Verlustes der Mobilität... Gut, wenn man dann Weggefährten hat...

 

Meer-Rohbeck, obwohl voll berufstätig in Köln, war in all den Jahren jeden Tag bei der Mutter, hatte alle Veränderungen hautnah miterlebt. Immer wieder auch die Fragen: Wie umgehen mit Ernährung? Wie viel medikamentöse Behandlung dient ihrer Lebensqualität? Nochmal ins Krankenhaus bei einer Zustandsverschlechterung? Hat die Mutter Schmerzen, die sie nicht mehr äußern kann?

 

Es war gut, dass die alte Dame zu Hause sterben durfte! Auch wenn das Loslassen, das Sterben nie ein leichter Weg ist. Die Schwalmtalerin benennt zwei Aspekte der Begleitung, die ihr wichtig waren:  dass man auch mal für eine Stunde durch die Begleitung von ZAPUH etwas anderes machen konnte und nicht am Bett sitzen musste, das war für sie gut. Und sie sagt zudem: „Selbst am Todestag meiner Mutter ist es der Mitarbeiterin von ZAPUH gelungen, dass wir eine Weile das Schmerzliche des Sterbeprozesses vergessen haben. Wir konnten mit Mutti oder im Gedenken an sie, die sich ja nicht mehr am Gespräch beteiligen konnte, aus dem Leben erzählen, über Geschichten dieses reichen Lebens lachen, schmunzeln und uns freuen… Wir haben ihr Leben vergegenwärtigt. Da war dann mehr als nur der Schmerz ihr erfülltes Leben da… Ja, das hat richtig gut getan!“ Der Tochter spürt man es noch Monate später an, dass dieser Moment trotz aller Traurigkeit und allen Schmerzes eine positive Erfahrung war. „Wir haben uns aufgehoben gefühlt“, sagt sie. Das ist eine Kunst, auch in diesem langen Prozess das Positive nicht aus den Augen zu verlieren und nicht nur von Trauer überwältigt zu sein. Ein bisschen erinnert das an ein Wort des Wiener Arztes und Psychotherapeuten Viktor Frankl , der schreibt: „Manche Menschen sehen nur das Stoppelfeld der Vergänglichkeit und nicht die vollen Scheunen der Vergangenheit.“  So aber kann sich auch Dankbarkeit einstellen und „Die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne … wie ein kostbares Geschenk in sich.“ (Dietrich Bonhoeffer)

 

Schön, wenn Hospizbegleiterinnen und -begleiter dazu beitragen können!

 

Und toll, dass diese Erfahrung Meer-Rohbeck dazu geführt hat, Vereinsmitglied zu werden! Die Agrar-Wissenschaftlerin unterstützt ZAPUH aber nicht nur durch ihre Mitgliedschaft im Hospizverein. Die ambitionierte Jakobsweg-Pilgerin hält Dia-Vorträge über ihre Wallfahrts-Erfahrungen und spendet die Einnahmen - auch an ZAPUH. Solche Zeichen von Verbundenheit tun gut.

 

Gut, dass Angehörige von Begleiteten ZAPUH verbunden bleiben und die Arbeit des Hospizdienstes finanziell und ideell unterstützen.

 

 

 

 …angekommen in Santiago di Compostella

 

 

 

 

 

 Spendenübergabe im ZAPUH Büro in der Borner Straße

 

Kirsten Knops

Kisten Knops
Kisten Knops

REIHE ZAPUH zeigt Gesicht(er)…

…heute das von Kirsten Knops.

Die meisten kennen sie wohl unter ihrem Rufnamen Kicky. Die Fotografin, die für ZAPUH immer dabei ist, wenn es etwas zu fotografieren gibt, steht lieber hinter der Kamera als davor. (Deshalb gibt es auch meist eher Fotos von ihr als mit ihr.) Sie liebt Schnappschüsse und setzt eher unbeachtete Details wirkungsvoll ins Bild.

Knops ist seit 2016 Hospizbegleiterin und hat sowohl zu Hause als auch im Altenheim und Krankenhaus Menschen begleitet. Die Dülkenerin ist ein Hundenarr und nimmt ihre hübsche Hündin Enya häufig mit zu Begleitungen... Für sie ist sie, „ihr dritter Arm“, wie sie sagt.  

Ihre wohl schwerste Begleitung war die ihrer besten Freundin, die an Leukämie erkrankt und daran verstorben ist. Ohne ZAPUH, ohne all die Fortbildungen und Reflexionsgespräche im Hospizdienst, hätte sie die Begleitung ihrer besten Freundin nicht durchgehalten, weiß sie. Sie konnte vieles von dem Gelernten anwenden – ihr Wissen über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht oder um die Akupressur der Begleitenden Hände beispielsweise. Am wichtigsten war es aber wohl zu wissen, dass die Freundin das Tempo vorgibt, dass es gilt, an ihrer Seite zu bleiben und mit ihr auszuhalten, dem Mann und Sohn zur Seite zu stehen… Eine Riesenherausforderung, die sie an den eigenen Grenzen entlang oft ins Trudeln gebracht hat…

Immer sind es dann, wenn es mal schwer wird, die Natur, das Fotografieren, Ausflüge, der Blick auf das Schöne, ihr Mann und die Kinder, Enya, der Garten, die ihr den Boden unter den Füßen erhalten. Sie ist immer dabei beim Feiern, bei den kreativen und Entspannungsangeboten des Hospizdienstes. Leben braucht eben Balance. 


Für den Hospizdienst ist sie immer ansprechbar, macht Bürodienst oder nimmt mal das Bereitschaftshandy als Vertretung. Und genauso selbstverständlich macht sie mal eine Nachtwache bei einem Sterbenden oder eine Begleitung zu einem zeitaufwändigen Arztbesuch. Ein Geschenk für ZAPUH! 

Auch für ZAPUH stones ist Knops engagiert: als Moderatorin der Facebook-Gruppe und als aktive Steinemalerin, die schon so einige Challenges ausgerufen hat.

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Tharnika Rameshkumar

Tharnika Rameshkumar
Tharnika Rameshkumar

REIHE ZAPUH zeigt Gesicht(er)

…heute das der jüngsten Hospizbegleiterin Tharnika Rameshkumar aus Bracht.

„Tharnika ist ein Tausendsassa“ – sagt ihre Schwester, als sie zusammen mit ihr an einem Glasworkshop beim Hospizdienst teilnimmt. Das Energiebündel ist Schülerin des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Dülken und lernt zusätzlich zu anderen Zeiten ihre Muttersprache Tamilisch. Sie trainiert in seiner Freizeit junge Schwimmer bei der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Die junge Frau läuft gerne Mittelstrecke, fährt Fahrrad, ist gesellig und aufgeschlossen. Sie jobt als Kellnerin – und hat auch schon einiges andere gearbeitet, um ihr Taschengeld aufzubessern.

Und sie hat einen Hospizkurs absolviert. Damals musste noch die Mutter der Teilnahme zustimmen… Die Zonta-Preisträgerin 2019 meint: „Man versucht doch, das Leben bis zum letzten Moment zu genießen“ und für sie sei es eine Ehre, dazu beizutragen, dass Sterbende noch möglichst viele schöne Momente erleben. Das macht sie, wann immer ihre Zeit das erlaubt.

Schon als 14 jährige machte sie ein zweiwöchiges Schulpraktikum im Krankenhaus in Nettetal, weil ihr Berufsziel schon damals war, Ärztin zu werden. Als Praktikantin sei sie auf der chirurgischen Station im Bereich Zimmerpflege tätig gewesen, erzählt sie, teilte Essen und Handtücher an Patienten aus. Und sie blieb gleich als Freiwillige dabei: meist am Wochenende für etwa sechs Stunden. 

Beim Hospizdienst begleitet Rameshkumar stundenweise vor allem demenzkranke Menschen und ihre Angehörigen. „Für manche Leute ist der Tod ein absolutes Tabuthema. Dabei ist er doch genau so natürlich wie die Geburt.“ sagt sie. 

Wir von ZAPUH wünschen uns, dass sie auch nach der Schulzeit, wenn’s raus in die Welt geht, unserem Hospizdienst verbunden bleibt. Wir freuen uns, wenn sie auf dem Weihnachtsmarkt mit dabei ist, mit wandern geht, an Fortbildungen teilnimmt oder Menschen begleitet… Wir spinnen immer noch daran, mit ihr und Anna Leweke zusammen einen Hospizkurs für junge Leute zu machen. Schließlich hat Rameshkumar ja recht, wenn sie sagt, dass Sterben uns alle angeht – unabhängig von unserem Lebensalter. InteressentInnen hatten wir schon einige dafür!

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Vorgestellt: Michaela Schneider-Mestrom

Michaela Schneider-Mestrom
Michaela Schneider-Mestrom

Reihe Vorgestellt: Mitglieder zeigen Gesicht


Warum sie Mitglied des Hospizvereins „ZAPUH“ geworden ist, haben wir Michaela Schneider-Mestrom gefragt. Die Nettetalerin, die viele Jahre zusammen mit ihrem Mann erfolgreich eine Werbeagentur in Hamburg führte, arbeitet nun schon seit einiger Zeit als Stellvertretende Geschäftsleiterin im Apostolat Zeitschriften der Steyler Missionare (www.lebenjetzt.eu). Sie antwortet uns:


"Einfach deshalb, weil ich es richtig und wichtig finde, dass es Menschen in Vereinen gibt, die sich mit Themen beschäftigen, wovor andere zurückschrecken. Ich zum Beispiel. 

Denn eigentlich hatte ich mich vor Jahren (bei einer anderen Institution) zum Kurs der Hospizbegleiterin angemeldet, bin aber schon am ersten Tag innerlich schreiend zurückgeschreckt. 


Ich wollte zu viel. Mein Mann war erst ein paar Monate vorher gestorben und ich habe ihn in seinem Sterbeprozess 24/7 begleitet, bin nicht von seiner Seite gewichen und durfte auf der Intensivstation in seinem Zimmer auf dem Boden übernachten. Wir haben in den letzten Tagen, nachdem er bewusst gemeinsam mit mir entschieden hatte, keine lebensverlängernden Maßnahmen mehr in Anspruch zu nehmen, noch eine intensive Zeit miteinander verbracht. 


Die Ärzte waren toll und haben es ihm so leicht wie möglich gemacht. Und ich habe es ihm und dem Pflegepersonal auch so einfach wie möglich gemacht. Das war eine extrem harte Zeit und ich weiß gar nicht, woher ich die Kraft hatte. Und wenn ich mir vorstelle, dass es Menschen gibt, die im Sterben niemanden an ihrer Seite haben, dann ist das eine schreckliche Vorstellung.


Deshalb unterstütze ich „ZAPUH“, weil es dort solche Menschen gibt, die diesen schweren Weg mit Sterbenden gehen."


Wir freuen uns über die Mitgliedschaft von Michaela Schneider-Mestrom! Und wir danken für diese Teilgabe an sehr persönlichen Erfahrungen.


Foto: (c) privat 

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Bettina Leweke

Bettina Leweke - Koordinatorin mit Leidenschaft
Bettina Leweke - Koordinatorin mit Leidenschaft

REIHE ZAPUH zeigt Gesichter...

... heute das der Koordinatorin Bettina Leweke.

Die gebürtige Gelsenkirchenerin lebt schon seit mehr als 30 Jahren am Niederrhein. Die Mutter von vier Kindern ist Diplom-Ökotrophologin und Diabtesassistentin und hat nach der Familienphase im Elisabeth-Krankenhaus in Rheydt gearbeitet.

Sie ist Gründungsmitglied von ZAPUH. Damals hat sie noch in Waldniel gelebt. Hospizbegleiterin aber ist sie schon einige Jahre zuvor bei einem anderen Hospizverein geworden. Die Erfahrung wollte sie bei ZAPUH einbringen und Sterbende in der Region begleiten. Die Auseinandersetzung mit schwerer Krankheit und Sterben liegt ihr besonders am Herzen, seit ihre Mutter an Demenz erkrankt 2016 in einem Krankenhaus verstorben ist.  Diese Erfahrung hat sie auch dazu bewegt, noch einmal mit 50 Jahren eine Ausbildung als Altenpflegerin zu machen und Palliative Care zu lernen.

Heute wohnt sie in Brüggen und arbeitet mit einer halben Stelle beim Hospizdienst. Außerdem ist sie mit einer Teilzeitbeschäftigung bei einem ambulanten Pflegedienst tätig, weil ihr Pflege eine Herzensangelegenheit ist.

Beim 1. Niederrheinischen Hospiztag in Schwalmtal, der Interprofessionellen Fortbildung in Brüggen und so mancher anderen Gelegenheit hat sie ihr schauspielerisches Talent gezeigt und die Lacher auf ihrer Seite gehabt. Wir von ZAPUH hatten schon gaaanz viele Gelegenheiten, ihre Kochkünste zu genießen und mehr noch die wunderbare Art, Speisen so anzurichten, dass dem Genuss der Augenschmaus vorausgeht.

Leweke ist super strukturiert und organisiert und so schnell nicht aus der Ruhe zu bringen. Für den Hospizdienst ist sie aber nicht nur deshalb ein Gewinn. Auch als Pflegekraft aus Leidenschaft bereichert sie die Hospizarbeit.

„Im Gespräch mit Menschen erlebe ich immer wieder die Reaktion: Waaas, du arbeitest im Hospiz/in der Hospizarbeit mit sterbenden Menschen? Das könnte ich nicht! Warum? ist dann immer meine Gegenfrage. Woran denkst du denn beim Sterben, Hospiz o.ä.? Warum macht es dir Angst?

Für mich gehört das Sterben zum Leben dazu, zum natürlichen Kreislauf des Lebens … kein neues Leben, wenn nicht altes erstirbt!!!

Wenn ein kleines Kind beim Laufen Lernen fällt und sich das Knie aufschlägt, mag ich da sein, es trösten und in den Armen wiegen, damit es weiterlaufen kann… Ähnliches gilt für mich bei einem alten oder todkranken Menschen: Ich bin Wegbegleiterin im Prozess des Sterbens und – wie ich persönlich glaube: auf einem Weg, der von unserer sichtbaren Wirklichkeit durch das Sterben und den Tod in eine neue Wirklichkeit führt … Ich möchte niemanden auf diesem Weg allein lassen (es sei denn, er will es…). Oft haben wir verlernt, Schicksalsschläge im Leben anderer Menschen mitzutragen, auszuhalten. Aber Sterben ist doch Schicksal von uns allen… Wenn ich begleite, will ich weder Leiden verherrlichen noch sagen, dass Krankheit, Sterben und Tod nicht unendlich bedrückend sind, Schmerz bei Betroffenen und Zurückbleibenden auslösen. Es bleiben Lücken … Und doch kann Neues Wachsen … 

Hospizarbeit ist für mich gleichzeitig weinen und lachen … die Hand reichen, wenn es schwierig wird … einfach da zu sein … oft ist es nur zuhören, was es braucht in diesen schweren Stunden des Lebens und Sterbens … meist gibt es keine Antwort auf das „Warum?“ Aber wir können sagen „Du bist nicht allein…“ Für mich als Christin gibt es eine Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, doch auch für den, der das nicht glauben kann, mag ich da sein und sagen „Du bist heute nicht allein“ … Ich möchte Menschen in der Befähigung zur Hospizarbeit zurüsten, bei Sterbenden auszuhalten, Angehörige zu trösten durch ihr Mitgehen - und diese Hoffnung der Verbindung von Lebenden und Toten für sich selbst zu fassen und anderen zu geben.“

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